Abseilen selber beibringen – Nicht nachmachen!

Achtung! Abseilen und Tätigkeiten in der Höhe sind gefährlich und können zu schweren Verletzungen und sogar zum Tod führen! Dieser Beitrag ist noch nicht fertig und befindet sich im Aufbau. Daher sind die Informationen unvollständig! Diese Beitrag setzt ein Grundmaß an Vernunft und technischem Verständnis voraus. Ich rate im allgemeinen davon ab, sich diese sicherheitsrelevanten Dinge selber beizubringen. Denn man kann sich anfangs gar nicht vorstellen wie viele Dinge man falsch machen kann. Und wie viele Dinge auch bei erfahrenen Bergsportlern schiefgehen. Daher lieber nicht aus einem Blogbeitrag und Youtube lernen, sondern in einer sicheren Umgebung durch qualifiziertes Personal wie Kletterlehrer, Bergführer etc.

Einige Grundregeln (unvollständig!)

  • Zertifizierte Ausrüstung kaufen. Im Klettersport ist fast alles UIAA zertifiziert und daher ist nachvollziehbar, wie viel Last etwas aushält und dass es wertig ist.
  • Keine gebrauchte Ausrüstung kaufen. Auch keine Neuware von Privatpersonen in Gruppen oder eBay. Das Leben ist zu kostbar! Und falsch angewendete oder zu alte Ausrüstung kann unerwartet schnell reissen oder brechen!
  • Am Anfang namenhafte Hersteller bei Fachhändlern kaufen. Später kann man leichter beurteilen, ob ein „unbekannter“ Hersteller auch die entsprechenden Normen einhält.
  • Nach jedem Knoten oder Verbinden von Karabinern direkt ganz aufmerksam noch mal überprüfen, ob es alles richtig ist!
  • Nicht zwingen oder stressen. Bei Ungewissheit und Unsicherheit Ruhe bewahren und lieber sicher abbrechen, als unsicher an der Wand hängen.

Schritt 1: Basiswissen aneignen (unvollständig!)

Hier nur ein paar Dinge, mit denen man sich meiner Meinung nach zwingend befassen sollte.

  • Gravitation existiert (Immer über die Absturzgefahr im klaren sein)
  • Achterknoten (Grundlegender Knoten)
  • Bremshandprinzip (Die Bremshand lässt das Seil nicht los und hält es in der richtigen Position)
  • Scharfkantenbelastung (Scharfe und weniger scharfe Kanten können das Seil beschädigen und/oder durchtrennen)

Schritt 2: Erste Ausrüstung kaufen

Vorbereitend auf Schritt 2 kann man vorerst ein Minimum an Ausrüstung zulegen. Dieses Set ist nicht vollständig und muss dann vor anderen Schritten noch ergänzt werden! Aber für den Anfang ist es gut, wenn man folgendes hat:

  • 1x Klettergurt (zertifiziert)
  • 1x HMS-Karabiner mit Schraubverschluss oder Trilock (da gibt es auch viele andere, aber diese beiden sind „geläufig“, Trilock ist vor allem anfangs zu bevorzugen)
  • Tube Sicherungsgerät (Abseilachter geht auch, ist aber deutlich weniger vielseitig)
  • 5-10m zertifiziertes Seil. 8-10mm Durchmesser. Ob Statik, Halbstatisch oder Dynamisch ist vorerst unwichtig.

Schritt 3: Vertrautmachen mit der Ausrüstung

Um sich mit der Ausrüstung vertraut zu machen, muss man sich nicht direkt an einen Felsen oder Turm begeben. Wichtig ist, dass man erst alles ganz langsam und bewusst in einem sicheren Umfeld macht. Ganz ohne Stress und Zeitdruck. Das geht auch immer mal Abends oder zwischendurch im Tagesablauf. 

Schritt 4: Zusätzliche Ausrüstung und Vorbereitung für das Abseilen

Wenn man an einer Felswand festhängt und nicht weiter weiß, dann muss man Hilfe rufen. Daher ist wichtig, dass man sich die notwenige Ausrüstung kauft, dass man am Seil runter und notfalls auch wieder hoch kommt. Und mit der Ausrüstung muss man üben und klarkommen.

  • Prusik-Schlingen (genähte oder aus ungefähr 1m langer 7mm zertifizierter Reepschnur mit Doppeltem Spierenstich selbstgeknotet)
  • Helm
  • 2x HMS Karabiner (Schraubverschluss oder Trilock, für Standplatzbau und fürs Nutzen mit Prusik)
  • Zertifiziertes Seil in ausreichender Länge! (Fürs reine Abseilen und Aufsteigen am Seil ist ein Statikseil bestens geeignet, 60m Seillänge bieten viele Möglichkeiten)

Folgende Thematiken sollte man sich vorher verinnerlichen und üben:

  • „Standplatzbau“, bzw. wie man das Seil mit zwei Fixpunkten (z.B. Bohrhaken) anschlägt. Oder das Seil um einen dicken Baum knoten (z.B. großer gesteckter Achterknoten)
  • Prusikknoten: Als Backup beim Abseilen. Ein Klemmknoten, der bei richtiger Anwendung das Seil hält. Oder um wieder am Seil hochzukommen.
  • Scharfkantenbelastung: Seile halten super viel aus. Aber scharfe Kanten können vor allem beim Pendeln ein Seil durchsägen. Daher ggf. etwas unterlegen und Seilbewegung über Kanten vermeiden.

Schritt 5: Erstes richtiges Abseilen (Lebensgefahr! unvollständig!)

Vorher muss alles sitzen und man muss sich ganz sicher sein, dass man alles richtig macht. Kein unnötiges Risiko eingehen und bei Unsicherheiten abbrechen. Das Leben ist kostbar! Für den Anfang ist es sinnvoll sich einen Felsen oder Turm auszusuchen, bei dem man das Seil oben festknotet und dann nach dem Abseilen leicht wieder außenrum hoch laufen kann. Das erleichtert den Anfang, wenn man sich noch viel auf das Bremshandprinzip konzentrieren muss. Ein etwas steilerer Hang reicht anfangs vollkommen aus. Das Seil kann man nun entweder um einen dicken Baum nah an der Kante knoten oder sucht sich andere Fixpunkte, die zuverlässig sind. Für mehr Sicherheit kann man zwei Punkte miteinander so verbinden, dass das Gewicht auf beide verteilt wird (Standplatz). Im Zweifelsfall lieber eine andere Stelle suchen, bei der man einen sicheren Fixpunkt hat! 

Ich beschreibe hier jetzt den groben Ablauf beim Abseilen ohne Prusik-Knoten. Aber auch Anfangs kann es sinnvoll sein, dass man mit Abseilverlängerung und Prusik arbeitet. Jedoch macht das auch den Aufbau komplizierter. Nun begibt man sich hier beim Abseilen das erste mal in richtige Gefahr. Daher lieber verhindern das erste Mal alleine zu machen. Besser jemanden mit Erfahrung mitnehmen, der mit draufhaut und einen ggf. sichert. Denn ein Sturz kann fatal sein! Aber nun hier der ungefähre Ablauf.

  1. Nicht stressen, Ruhe bewahren. Konzentriert bleiben!
  2. Helm und Klettergurt anlegen. Alles überprüfen, ob es richtig angelegt ist.
  3. Dann mit allem Hochlaufen, das Seil sicher an einem dicken, lebendigen Baum anbringen oder zwei Fixpunkte verbinden.
  4. Knoten und/oder Seilführung vom Standplatz überprüfen. Auch hier legt man bei scharfkantigen Sachen lieber etwas dazwischen.
  5. Seilende mit Knoten versehen (Endknoten) und dann vorsichtig in die Tiefe lassen. Darauf achten, dass unten keiner steht.
  6. Sicherstellen, dass das Seil zu 100% lang genug ist. Im Zweifelsfall runter laufen und nachsehen.
  7. Seil in das Sicherungsgerät einlegen und dann beides mit der Anseilschlaufe des Gurtes per HMS-Karabiner verbinden. Karabiner schließen!
  8. Überprüfen, ob das Seil richtig eingelegt ist und ob der Karabiner zu ist.
  9. Hand an das Bremsseil und fest umgreifen.
  10. Noch in Sicherheit stehend das Seil belasten und schauen, ob man das Gewicht so am Bremsseil halten kann.
  11. Das Bremsseil nicht mehr loslassen, bis der Abseilvorgang beendet ist!
  12. Langsam an die Kante und dabei, wenn notwenig, langsam schon seil durch die Hand rutschen lassen.
  13. An die Kante und langsam das Seil belasten und heruntersteigen. Dieser Schritt bedarf etwas Übung. Daher Zeit lassen und aufpassen!
  14. An der Wand in den Gurt setzen und die Beine ungefähr im 90° Winkel zur Wand. Beine etwas breiter auseinander, dass man nicht seitlich wegkippt.
  15. Nun langsam „rückwärts“ laufen und dabei das Seil langsam in das Sicherungsgerät führen.
  16. Unten angekommen alles vom Seil abnehmen.

Zusammenfassung

Diese „Anleitung“ hier soll nur einen Einblick geben. Bitte mach das Beschriebene nicht einfach nach. Sicherlich habe ich nicht jede kleinste Kleinigkeit beschrieben und besonders bei Unwissenheit können Missverständnisse entstehen. Daher lieber eine fundierte Ausbildung beim DAV (Kletterkurs, Sicherungskurs, …) oder ähnlich machen. Immer langsam machen und alles hinterfragen. 

You may also like