UMAREX T4E TM4 RIS Co2 RAM Markierer
Dieser Artikel wurde gesponsert von UMAREX.
Ich habe mir T4E Markierer von Umarex zugelegt, um fit in der Waffenhandhabung zu bleiben. Das TM4 ähnelt von der Bedienung einem AR15 und eignet sich durch das realistische Gas Blow Back System gut als Trainingswaffe. Auch für Force on Force Szenarien lässt sich dieser Markierer nutzen. Ich habe die deutsche halbautomatische Version mit unter 7,5 Joule.
Dieser Beitrag richtet sich nicht an Personen, die einen Markierer für Paintball-Spiele suchen.
Allgemein
Diese Co2 betriebene freie Waffe hat eine Mündungsenergie von unter 7,5 Joule. Sie kommt im Kaliber .43. Von Umarex gibt es verschiedene Geschosse. Darunter Gummigeschosse, fluoreszierende Gummigeschosse, Kreidekugeln und Farbkugeln. Die 12g Co2 Kartusche sitzt im Magazin.

Im Lieferumfang sind ein Waffenkoffer, eine mechanische Visierung, ein Magazin und Rail-Covers enthalten. Der Koffer ist abschließbar und eignet sich daher auch gut für den Transport des Markierers.

Die Patronenauswurföffnung ist mit einer Staubschutzklappe verschlossen. Diese öffnet sich durch Bewegung des Verschlusses.
Darunter ist der realistisch aussehende Verschluss.

Er lässt sich auch hinten arretieren und auch wenn das Magazin leer ist, wird er hinten arretiert.

Ein tatsächlicher Blick ins „Patronenlager“ bei einer Ladekontrolle ist nicht möglich. Eine nachleuchtende Kugel kann man jedoch durch das kleine Loch gerade so erkennen.

Hier zu sehen ist der funktionierende Verschlussfanghebel. 
Der Feuerwahlhebel hat bei der deutschen Version nur Safe und Semi.

Der Spannhebel ist auf der linken Seite mit einer Arretierung versehen.

Der Forward-Assist lässt sich eindrücken, hat jedoch keinen Einfluss auf den Verschluss.

Ösen für Trageriemen
Vorne ist eine Schlaufe für Gurtband bis 34mm.

Hinten am Schaft hat man ebenfalls eine 34mm breite Öse für Gurtband.

Alternativ kann man auch hinten den Längsschlitz nutzen und dort Gurtband durchführen.

Riemen mit Haken kann man zusätzlich auch am Stocktube einhängen. Links hat man eine Öse mit zwei Öffnungen.

Rechts hat man eine weitere Öse.

Sonstiges
Ich habe die Stock Tube mit etwas Isolierband versehen, dass der Schaft enger sitzt.

Die Gummibänder verhindern geräusche von der Verriegelungsmechanismus.
Das RIS ist unten mit zwei Madenschrauben gegen ungewolltes Rotieren gesichert.

Der Griff ist innen hohl.

Das Magazin
Die Magazine für den Markierer sind recht groß und ein Magazin wiegt 420g. Passen jedoch vom Umfang her in alle gängigen M4 Magazintaschen. Von der Länge her hier ein Foto mit Vergleich zu einem Airsoft M4 Magazin.

In das Magazin passen 14 Schuss. Wenn man es ganz voll macht, passen zwar 15 Kugeln rein. Besonders bei Kreide- und Farbkugeln muss man aufpassen, da diese sonst im Magazin zerdrücke werden können. Daher bei denen das Magazin lieber nicht vollständig füllen. Das Magazin kommt mit nur einer Feder. Auf diesem Bild sind die Gummikugeln zu sehen.

Die Co2 Kartusche wird von unten in das Magazin eingesetzt. Der Schraubverschluss lässt sich gut mit einer Münze oder den Ösen für Trageriemen drehen.

Visiereinrichtung
Der Markierer wird mit einer mechanischen Visierung ausgeliefert.

Das Korn lässt sich in der Höhe verstellen.

Die Lochkimme lässt sich in der Höhe und seitlich verstellen.

Die hintere Visierung kann man zudem abnehmen.
Zerlegen/Wartung
Die Wartung und das Zerlegen überlässt man am besten Umarex. Aber etwas Silikonöl oder ab und an eine Wartungskapsel kann bei der Waffe nicht schaden. Wenn die Waffe mal klemmt oder der Verschluss sich nicht richtig bewegt, kann ein vorsichtiges Zerlegen und Nachschauen schnell zu einer Lösung führen. Ich rate aber ausdrücklich vom rumbasteln und weiteren Zerlegen ab. Immerhin kann auch die Herstellergarantie bei Umbauarbeiten erlöschen.
Um den Upper vom Lower zu trennen, muss man nur den vorderen Haltebolzen lösen und kann dann die beiden Teile auseinanderschieben.

Der Verschluss lässt sich entnehmen. Vorn hat er einen kleinen Gummiring als Dichtung, der sich mit der Zeit etwas abnutzt. Hier im Bild der O-Ring nach ca. 2000 Schuss.

Am Verschluss hatte sich nach ca. 1500 Schuss zum ersten mal diese Verschraubung etwas gelockert. Man kann sie aber recht einfach mit einem großen Schraubenzieher ganz vorsichtig nachziehen. Wenn sich diese Verschraubung vollständig löst, dann lässt sich der Verschluss zerlegen und die Waffe funktioniert vorerst nicht mehr richtig.

Bedienung
Wer sich etwas mit Airsoft und Painball auskennt wird keine große Erklärung benötigen. Für die Fachfremden sei gesagt, dass man mit dem Gas Blowback (GBB) System einen recht nah an die Handhabung einer scharfen Waffe herankommt. Denn der Verschluss bewegt sich und zum Fertigladen muss eine Kugel in das „Patronenlager“ zugeführt werden. Bei Schussabgabe schlägt ein Hammer auf das Ventil am Magazin und das Co2 strömt hoch in den Verschluss. Dieser lässt einen Teil des Gases nach vorne und einen Teil nach hinten. Der Teil, der nach Vorne geht, treibt die Kugel durch das Rohr. Der andere Teil sorgt für den Blowback und somit für den Ladevorgang. Dann geht der Verschluss durch die Federspannung wieder nach Vorne und es kann erneut geschossen werden.
Die „Treibladung“ ist hier also im Magazin und nicht in einer Patrone. Daher muss zur Schussabgabe das Magazin eingesetzt sein.
Fazit
Ladetätigkeiten
Da beim Repetieren eine Kugel zugeführt wird und beim Schuss sich der Verschluss bewegt, kommt die Funktionsweise recht nah ein das Vorbild heran. Durch die Abläufe beim Fertig- und Nachladen lassen sich die Ladetätigkeiten gut üben. Die Magazine sollte man dabei jedoch nicht auf den harten Boden fallen lassen. Denn ein leeres Magazin wiegt 420 Gramm und im Magazin sind Dinge, die durch häufiges Fallenlassen Schaden nehmen könnten. Für Trockendrills passen auch die günstigen und leichten AEG Airsoft Magazine in den Markierer.
Das Entladen ist schwer umsetzen, da die Kugel nicht durch den Verschluss aus dem „Patronenlager“ gezogen wird. Auch ist der Blick ins Rohr nur stark eingeschränkt möglich. Bei schwarzen Gummikugeln ist daher nicht zu erkennen, ob sich eine im Rohr befindet. Beim entspannen ist dann also evtl. noch eine Kugel im Rohr. Daher empfiehlt sich vor der Einlagerung ein Leerschuss (Mit Gas, aber ohne Kugel im Magazin).
Co2 Verbrauch
Durch den großen Rohrdurchmesser und das GBB System verbraucht ein Schuss recht viel Co2. Mit einer Co2 Kapsel kann man ca. 45 Schuss abgeben. Ab Schuss 35 merkt man einen deutlichen Leistungsverlust (getestet bei Zimmertemperatur und mit Gummikugeln in unter 3 Minuten). Das schwankt aber auch etwas je nach Kadenz und Temperatur. Bei den letzten paar Schüssen reicht der Gasdruck teilweise nicht mehr für einen richtigen Repetiervorgang aus. Wenn man also von 30-40 Schuss pro 12g Kapsel ausgeht, liegt man ganz gut.
Bei regelmäßiger Nutzung sollte man also ordentlich für Co2 Nachschub sorgen.
Störungsdrills
Die Störungen, die bei einem Markierer auftauchen können, unterscheiden sich von den Störungen einer scharfen Waffe. Auch weil die „Treibladung“ (das Co2) sich im Magazin und nicht in einer Patrone befindet, ist hier einiges anders. Für Störungsdrills also lieber zu Schreckschuss- oder scharfen Waffen greifen, wenn man den Drill nicht nur trocken machen möchte.
Langlebigkeit
Ich habe den Markierer nun seit über einem Jahr und schon mehrere Tausend Schuss abgegeben. Die erste Reparatur musste ich nach ca. 2000 Schuss machen lassen. Da hatte ich ein Teil am Verschluss gelöst. Danach lief der Markierer wieder gut 2000 Schuss sauber. Dann konnte ich jedoch abkrümmen, wenn der Verschluss bei leerem Magazin hinten arretiert war. Geschossen hat der Markierer aber dennoch weiterhin gut. Nach insgesamt ca. 5000 Schuss kommt er nun also wieder in den Service bei UMAREX.
Wenn man viel schießt, dann muss man den Wartungsaufwand mit bedenken. Wenn man eher komplexere Lagen abbildet und die Schussbelastung recht gering bleibt, ist der Wartungsaufwand nahezu zu vernachlässigen.
Präzision
Auf 5m hat man ca. einen faustgroßen Streukreis. Dieser ist aber auch abhängig von Kadenz, Geschoss und Temperatur. Meiner Erfahrung nach ist dieser Markierer bis ca. 15-20m gut nutzbar. Die Geschosse fliegen zwar weiter, aber in einer nahezu unberechenbaren Flugbahn. Durch das Fehlen des Geschossdralls, ist hier trotz der hohen Energie nicht viel Reichweite zu holen.
Zuverlässigkeit der Magazine
Ich habe seit über einem Jahr 5 Magazine in Nutzung. Eins wurde undicht. Die anderen Zischen manchmal bis zum ersten Schuss. Aber da ich die Magazine nicht auf den Boden fallen lasse, stufe ich sie als zuverlässig ein.
Munition
Die Waffe funktioniert ausschließlich mit Rundkugeln. Ich habe sie hauptsächlich mit Gummikugeln verwendet. Mit Gummikugeln funktioniert der Markierer sehr gut. Bei Kreide- und Farbkugeln kann es passieren, dass die Kugeln im Rohr platzen. Dann kommt vorne nur Kreide oder Farbe aus der Mündung. Aber der nachfolgende Schuss funktioniert dann wieder. Jedoch erhöht sich bei Geschossplatzern der Reinigungsaufwand merklich. Wenn man das Magazin mit Kreide- und Farbkugeln nicht vollständig füllt, kann Störungen vorgebeugt werden. „Normale“ RAM Paintballs sind tendenziell von der Hülle her zu unstabil und können zerdrückt werden, was die Zuverlässigkeit deutlich beeinträchtigt.
Umarex bietet auch Pfefferkugeln an. Aber da hätte ich durch die möglichen Rohrplatzer etwas Bedenken, dass ich mich selber einpfeffere und nicht mehr wirken kann.
Die Nachleuchtenden Kugeln von Umarex sind auch so zuverlässig wie die Gummikugeln. Jedoch ist mit bloßem Auge die Flugbahn kaum zu erkennen. Mit Nachtsichtgerät hingegen machen die fluoreszierenden Kugeln richtig Spaß.
Die Gummikugeln schieße ich für Drills in einen lose aufgehängten Sack. So werden die Geschosse recht sanft aufgefangen und ich kann sie wiederverwenden.
Wenn man in der Natur schießen möchte, dann empfiehlt es sich einen besonders guten Kugelfang zu bauen. Denn die Kreide-, Farb- und Gummigeschosse sind leider nicht biologisch abbaubar. Daher sollte man diese restlos auffangen und beschädigte Geschosse ordnungsgemäß entsorgen.
Home Defence
Theoretisch lässt sich dieser Markierer für Home-Defence nutzen. Er ist jedoch nicht extra dafür ausgelegt. Denn im Magazin ist die CO2 Kartusche schon angestochen und kann über längere Zeit den Druck verlieren. Auch ist das Modell von der Handhabung doch deutlich komplexer als z.B. der Home Defence Revolver HDR50 von Umarex. Daher bitte für Home Defence lieber zu den dedizierten Modellen greifen.
Schlusswort
Von der Handhabung, Zuverlässigkeit und Schussgefühl nutze ich diesen Markierer sehr gerne, um auf bis zu 15m zu trainieren. Alles darüber wird aufgrund der fehlenden Präzision leider eher weniger spaßig.
Für das Force-On-Force Training im Nahbereich lassen sich die Markierer gut nutzen. Denn Treffer merkt man doch ganz gut. Ebenfalls ist die Nutzung von Kreide- und Farbkugeln ein super Feature. Vor jedem längeren Durchgang lieber vorsorglich eine neue Co2 Kapsel einsetzen. Denn wenn im Szenario dann nach ein paar Schuss die Kapsel leer ist, ist der Ärger groß.
Für mich persönlich überzeugt der Markierer durch die Möglichkeit, die Ladetätigkeiten und die Anschlagarten mit der Langwaffe sicher und unaufwändig zu Hause zu trainieren. Daher bin ich froh, dass ich dieses Trainingsgerät zu Hause habe.



