Team Wendy Exfil SAR Tactical – Taktischer Bump Helm mit Zertifizierungen

Dieser Artikel wurde gesponsert von HQG.

Team Wendy ist bekannt für seine modernen Helme. Durch die Kombination mit neuartigen Polstern wurde der Tragekomfort der Einsatzhelme enorm gesteigert. Als Team Wendy den Exfil SAR auf dem Markt brachte, war mein Interesse geweckt. Und schon bald konnte man die Artikel von Team Wendy bei HQG.de erwerben.
Ist dieser Helm DER Helm für die Gebirgstruppen? Wie praktisch wäre es, wenn man beim Annähern oder Ausweichen im alpinen Gelände nicht vom Gefechtshelm zum Kletterhelm (ohne NVG etc.) wechseln müsste um den Normen gerecht zu werden. Sondern man Klettert oder Seilt sich mich dem Helm durchs Gelände, an dem man auch seinen Gehörschutz und Nachtsichtgerät tragen kann. Auf Übungen kann man ja im Regelfall auf den ballistischen Schutz verzichten.


Ich hab mich für das Modell in Schwarz entschieden. Die Rails sind Grau. Hier sieht man gut die glänzende Oberfläche des Helmes. Ich habe den Helm – da ich ihn als ‚Tactical‘ Helm nutze später mit geeigneter Farbe lackiert.

Daten

CAM FIT™ Retentionsystem 

  • Boa® Verschlusssystem ist direkt in das Helminlay integriert für optimale Stabilität und Passform

Zorbium® Schaumstoff-Inlay

  • Erweitertes Polystyrol Schlagschutz Inlay mit Zorbium® Schaumstoff Komfortpolstern in zwei Stärken

SAR Zubehör Befestigungssystem 

  • Kompatibel mit einer Vielzahl an EXFIL® Zubehör
  • Inklusive 2 MAGPUL MOE® Picatinny Schienen und Montagematerial

Halterung 

  • Integrierte Wilcox® Aluminumzarge für NVG-Anbringung

Performance

  • Erfüllt die Anforderungen des EN12492:2012 Standards für Bergsteigerhelme
  • Erfüllt die Anforderungen des EN 1385:2012 Standards für Wildwasserhelme
  • Erfüllt zusätzlich die Anforderungen des Scheitel-abseitigen Einschlags nach dem EN 14052:2012 europäischen Standard für Hochleistungs-Industrieschutzhelme: HINWEIS: EN 14052 fordert eine Kinnriemen mit geringer Festigkeit, demnach ist der EXFIL® SAR nicht voll EN14052-zertifiziert um die höheren Anforderungen an Kinnriemen nach EN12492 zu entsprechen und gleichzeitig dem Risiko des Helmverlusts bei Stürzen entgegen zu wirken.
  • Erfüllt die Advanced Combat Helmet Anforderungen für stumpfe Schläge (nach AR / PD 10-02 Rev A)

Gewicht

  • Gesamtgewicht* System: 1.59 lbs. (0,72Kg)

* Gesamtgewicht System inklusive Schale, Halterung, Zubehörschienen, Schlagschutz und Retentionsystem 

Die Montageschienen am Helm

Die Rail am Helm ermöglicht das Anbringen von Gehörschutz, Rails, Visieren und Schutzbrillen. Wenn man dieses Feature nicht benötigt, kann man den Helm ebenfalls ohne Rail bestellen oder die Rails demontieren.

Ohne die Rails wird der Helm im Profil auch etwas schmäler und wirkt weniger taktisch. Zu sehen ist hier, dass die Kinnriemen separat von den Rails befestigt sind.

Wenn man am Seil arbeitet und keinen ballistischen Schutz, jedoch Gehör- und Stößschutz benötigt, kommt der Helm gut. Für die Aufnahme von Gehörschutz gibt es eine spezielle Befestigung. Ich habe jedoch recht einfach 3M ARC Rail Adapter zerlegt und mit einer Schraube einfach an die Rail angeschraubt. Ebenfalls lassen sich hier dedizierte Visiere und dergleichen montieren. Zu ARC Rails sind die Rails jedoch keinesfalls kompatibel – wie man direkt erkennen kann.

Belüftungsöffnungen und Form

Die Öffnungen im Helm sorgen auch bei höhen Temperaturen für eine gute Belüftung.

Im Lieferumfang sind separate Abdeckungen für die oberen Öffnungen enthalten. So ist auch das Arbeiten im Downwash oder bei andauerndem Regen weniger unangenehm.

Der Helm reicht hinten recht weit um den Kopf. Dadurch wird die Schutzfläche erhöht. Behindert jedoch beim Sichern des Vorsteigers bzw. beim Hochschauen. Vorne am Helm sieht man einen leichten Überstand, der einem Mini-Mützenschirm gleicht.

Polsterung und BOA-System

Das BOA System ist einstellbar und bequem. Es machte am Anfang einen wenig robusten Eindruck. Auch der offenliegende Kern des Helms erinnert stark an einen einfachen Fahrradhelm. Die Komfortpolster im Helm erinnern an Kletterhelme, sind mir Klett befestigt und recht dünn.

Die Weitenverstellung erfolgt im Nacken und scheint sicher eingestellt zu bleiben.

Nutzung mit Nachtsichtgerät

Die Wilcox® Aluminum-Shroud ist fest mit dem Helm verbunden und hat die Robustheit, um die NVG Mount sicher zu halten. Bei der Backcountry Variante ist die NVG Shroud aus Kunststoff und daher nicht für das Gewicht von NVGs ausgelegt. 

Hier die Mount an sich.

Bei der Tactical Variante des SAR Helmes unterstützen die Kinnriemen das angenehme Tragen von Nachtsichtgeräten, indem man ihm am Kinn platzieren kann. So wird die Kippbewegung nach Vorne etwas gekontert. Der Kinnriemen bei der Backcountry Variante verläuft – wie bei einem Kletterhelm – unter dem Kinn.

Ich habe nach Jahren dann den Helm wieder „ausgegraben“ und mehr mit einem Bino-Setup bzw. Dual-Band-Setup genutzt. Das erhöhte Gewicht macht ein Gegengewicht sinnvoll. Hierfür habe ich hinten Hakenklett aufgeklebt.

Beim Arbeiten mit dem NSG stört der „Mützenschirm“ etwas, da er in den Weg der Geräte kommen kann, wenn man den Abstand zum Auge recht gering hat.

Hier sieht man von oben, dass man die Geräte nicht einfach fix einzeln hochschwanken kann, da die Kante im Weg ist.

Außen Hart – Innen Weicheil

Bei dem Preis und den vielen Normen geht man zuerst davon aus, dass der Helm ein recht universelles Arbeitstier ist. Aber ganz so einfach ist das dann doch nicht.

Das Kinnband ist vorne im Helminneren nur ein kleines Stück im Material verankert. Schon nach einigen Monaten der Nutzung hat diese Verankerung angefangen sich zu lösen. Nach ca. einem Jahr musste ich die Halterung mit Kleber wieder einkleben. Ebenfalls hat sich der Klett der Polsterung gelöst. Hier wären ein paar Ersatzkleber im Lieferumfang hilfreich. Ansonsten muss man den Klebeklett dann mit der Zeit selber ersetzen.

Der offenliegende Schaumstoff leidet unter Berührungen mit anderen Gegenständen am oder im Rucksack.

Ich habe die herausnehmbaren Polster in der kompletten Zeit nicht öfter als drei mal entnommen. Dennoch löst sich der eingeklebte Klett vom Helminneren. Ich musste den Klett teils ersetzen, dass die Polsterung beim Anziehen des Helmes nicht verrutscht. Hierzu gibt es z.B. von Petzl Polster-Sets mit Klebeklett, der hier auch hält.

Vergleich zum EXFIL LTP

Meiner Einschätzung nach ist der EXFIL LTP eine robustere Lösung. Leider ist der EXFIL LTP für einiges nicht geeignet, da er nicht die entsprechenden Normen erfüllt. 
Hier gut zu sehen ist der Unterschied der Polster- bzw. Innenhelmkonstruktion.

Die Rails vom SAR Helm unterscheiden sich auch von den taktischen Helmen.

Ebenfalls ist der SAR Helm scheibar etwas breiter geschnitten.

Fazit

Der Helm ist von den Normen und der Schutzfunktion her ein richtiger Bomber.
Ich kann den Helm aber nur jenen Personen empfehlen, die den Helm in dem sehr spezialisierten Bereich einsetzen, für den er geschaffen wurde. Also für SAR Kräfte. Nicht fürs Bergsteigen, taktische Lagen, Klettern oder andere Aktivitäten. Der Helm wird im Stützpunkt angezogen, mit Gehörschutz und Nachtsichtgerät ausgestattet – Und dann geht es in den Hubschrauber, aufs Boot oder ans Seil. Aber der Helm wird nicht immer wieder grob im Rucksack transportiert.

Pro
– Hoher Schutzfaktor
– Erfüllt mehrere Normen
– Kompatibel mit Gehörschutz und Nachtsichtgeräten 

Contra
– Sehr spezialisiert (SAR, wie der Name auch sagt)
– „Mützenschirm“ stört beim Arbeiten mit NVG etwas
– Nicht uneingeschränkt für den militärischen Dienst nutzbar (Ungerne im Rucksack)

Tragekomfort
Der Tragekomfort des Helmes ist sehr hoch. Durch das BOA System kann man den Helm genau auf die Kopfform anpassen. Mit Nachtsichtgerät merkt man vorne an der Stirn etwas, dass die Polsterung dünn ist – aber oben am Kopf ist der Komfort super, da viel Fläche aufliegt. Die Polsterung hat keine Auskerbungen für den Kopfbügel von Aktivgehörschutz – zudem ist die Polsterung recht dünn und nicht wirklich anpassbar, weshalb man selber ausprobieren sollte, ob das eigene Setup kompatibel ist.

Langlebigkeit
Bei sorgsamster Behandlung wird der Helm sicherlich etwas länger einwandfrei überstehen als bei mir. Für den wiederholten Transport im Rucksack ist er wohl nicht konzipiert. Ansonsten ist er von außen recht robust.

Sportklettern
Fürs Sportklettern ist der Helm dank der Normen an sich geeignet. Aber durch das BOA System, welches recht weit hinten in den Nacken geht, wird er beim Sichern eines Vorsteigers evtl. unbequem – Daher und wegen dem vergleichsweise hohen Eigengewicht meiner Meinung nach für das Sportklettern nicht die erste Wahl.

Bergsteigen
Dank der Normen ist der Helm auch für das Bergsteigen geeignet. Hier sollte man meiner Meinung nach aber auch nur zu dem Helm greifen, wenn man auch tatsächlich im Schwerpunkt mit Gehörschutz und Nachtsichtgerät arbeitet. Ansonsten ist der Helm mit seinen ca. 800g doch etwas schwer. Und durch die Konstruktion bedingt würde ich den Helm nicht immer wieder im oder am Rucksack transportieren.

Schlusswort
Ich möchte weder die Firma Team Wendy, noch den Helm mit diesem Bericht schlecht machen! Ich habe den Helm in meinem Aktivitätenbereich getragen und getestet. Und entsprechend fällt der Bericht aus – an sich ein super Helm, dessen Grenzen man kennen muss.
Auf meine Anfrage an den Hersteller, ob die Mängel bekannt sind und ob bei den neueren Modellen Abhilfe geschaffen wurde, erhielt ich leider keine Antwort.
Der Helm ist und bleibt ein spezialisierter Helm für den SAR Bereich. Das von mir erhoffte Bindeglied zwischen taktischen Helm und Kletterhelm bietet der Helm leider nicht. Da wäre ein Team Wendy Exfil Carbon oder LTP sicherlich eine bessere Wahl – Diese erfüllen aber wiederum nicht die entsprechenden Normen, die mir wichtig waren.
Durch einen Rand, der den innenliegenden Schaumstoff vor Beschädigung schützt wäre der Helm enorm aufgewertet.

HQG - Team Wendy

EXFIL SAR Tactical Helmet

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Letztes Update: März 28, 2026 @ 20:43

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