Busch PROtective AMH-2 – Trainingshelm mit Rails
Dieser Artikel wurde gesponsert von TACWRK.
Der Busch Protective AMH-2 ist ein taktischer Bump-Helm ohne ballistischen Schutz. Jedoch hat der Helm einen Stoßschutz nach EN397 (Industrieschutzhelme), ist jedoch nicht vollständig zertifiziert! Für Arbeiten mit Seil ist ein guter Stoßschutz schon einmal eine sehr sinnvolle Eigenschaft. Ich nutze den Helm in einer Ausführung mit Rails an den Seiten sowie einer Nachtsichtgerätehalterung. Ich hab ihn eine Weile in Schwarz genutzt, dann lackiert und nun seit einer Weile auch ein Modell in Oliv im Gebrauch. Daher sind die Bilder recht wild gemischt.
- 4-Punkt Kinnriemen
- Werkzeugloser Riemenwechsel möglich
- Belüftungsschlitze
- Rails für Lampen, Gehörschutz, Visier, Gesichtsschutz und anderes Zubehör
- Mit NVG Mount erhältlich
- Entnehmbare 2-teilige Polsterelemente
- Robuster Zwei-Komponenten-Lack
- Aus Faserverstärktem Duroplast
- Kantenschutz aus EPDM
- Universalgröße 52-63cm
- Erhältlich in Oliv, Schwarz, Rot, Gelb und Blau (Sonderfarben auf Anfrage möglich)
- Gewicht: ca. 902g (inkl. NVG Shroud, Rails und Komfortpolstern)
Aufbau und erster Eindruck
Der Helm macht insgesamt einen hochwertig verarbeiteten und durchdachten Eindruck. Gerade für einen taktischen Bump-Helm finde ich es gut, dass hier nicht nur Zubehörmontage im Fokus steht, sondern dass auch ein tatsächlicher Stoßschutz vorhanden ist.

Natürlich wäre es noch schöner, wenn der Helm vollumfänglich zertifiziert wäre. Für den gedachten Einsatzzweck ist das für mich aber nicht zwingend erforderlich.

Tragekomfort und Polstersystem
Vom Komfort her ist der Helm insgesamt angenehm zu tragen. Im Inneren hat er ein Polstersystem, das zum einen aus Styroporpolstern besteht. Diese Styroporpolster sind in den Helm eingeklettet.

Darauf sitzen zusätzlich weitere Schaumstoffpolster, die sich entnehmen lassen. Standardmäßig kommt der Helm mit Polstern mit geschlossener Oberfläche.

Separat kann man noch Komfortpolster bestellen, die etwas weicher ausfallen. Die Polster gibt es auch in unterschiedlichen Dicken. Die dünnere Variante ist eher für größere Köpfe gedacht. Für kleinere Köpfe gibt es dickere Polster, die den Innenraum stärker ausfüllen.

Verstellbarkeit und Passform
Der Helm ist in einer Universalgröße ausgeführt. Ich selbst habe einen recht großen Kopf mit einem Umfang von ungefähr 60 cm. Damit komme ich mit dem Helm gut zurecht. Über ein Einstellrad am Hinterkopf lässt sich der Helm sehr leicht anpassen. Das Einstellrad arretiert auch leicht und scheint die Einstellung zuverlässig zu behalten. Wie hoch oder tief es am Hinterkopf sitzt, lässt sich auch etwas verstellen.

Rails und Zubehör
Die seitlichen Rails sind in der Praxis sehr nützlich. Gerade für Gehörschutz, Lampen und ähnliches Zubehör sind sie eine sinnvolle Ergänzung. Allerdings sind die Rails nicht hundertprozentig kompatibel mit klassischen Ops Core beziehungsweise ARC-Rails. Hier muss man also genau hinschauen, was tatsächlich passt und was nicht.Eine Lampe von S&S Precision passt bei meinem Helm beispielsweise nicht ohne Weiteres in die Aufnahme. Hierzu werde ich einen separaten Blogbeitrag schreiben.
Eine Helmlampe von Nextorch passt dagegen mit etwas Druck hinein.

Die standardmäßigen Peltor-Adapter passen beispielsweise nicht ohne Weiteres. Hierzu gibt es dann passende Adapter von Busch PROtective, mit denen sich die ARC Rail Adapter von 3M umbauen lassen, um dann zu passen.

Vorne an der Rail befindet sich sie SCS-1 Aufnahme für ein Visier.

Dort lassen sich ballistische und nicht ballistische Visiere recht einfach einhängen, während man den Helm an hat. Hier hab ich beispielhaft ein ballistisches Visier montiert, auch wenn das an einem Bump-Helm nicht sonderlich sinnig ist. Busch PROtective hat eine gute Auswahl an unterschiedlichen Visieren.

Weiter hinten gibt es zusätzliche Befestigungspunkte für weiteres Zubehör. Dort kann man beispielsweise Trainingsschutz anbringen, um zusätzlichen Gesichts- und Halsschutz für Übungen mit FX-Munition zu nutzen. Ebenso lassen sich dort Systeme für Sauerstoffmasken befestigen, etwa für HALO- oder HAHO-Sprünge.

Auch findet sich hier eine Kerbe für z.B. die Gegengewicht-Tasche von Busch PROtective.

Die Länge der Inbus-Schrauben ist so, dass man die Rail auch abnehmen kann, und dennoch die gleichen Schrauben nutzen kann. So wird der Helm noch mal etwas schlanker und leichter. Eine Rail ohne Schrauben wiegt 54g.

Nachtsichtgerätehalterung
Den Helm gibt es mit als auch ohne NVG-Aufnahme. Busch PROtective bietet unter anderem Shrouds von Wilcox, Unity Tactical und Armor Australia an. Bei meinem in Schwarz war die Shroud von Wilcox verbaut.

Da diese Bohrungen standardisiert sind, passen hier auch andere Modelle, wie z.B. die Montage von Unity Tactical.

Zusätzlich kann man an den Rails noch Gummikordeln nachrüsten, um das Nachtsichtgerät etwas besser zu fixieren. Ich hab hier welche von PGD genommen.

Belüftung und Varianten
Die Helmschale besitzt Lüftungsöffnungen. Dadurch kommt frische Luft in den Helm, was grundsätzlich angenehm ist.

Eine Version ohne Lüftungsöffnungen gibt es ebenfalls. Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn man viel im Hubschrauber unterwegs ist und vermeiden möchte, dass der Downwash so stark in den Helm bläst.

Flauschflächen und Individualisierung
Für den Helm gibt es einen Flauschflächensatz, mit dem man außen zusätzliche Klettflächen anbringen kann. Ich habe bei meinem Helm selbst Flauschflächen aufgeklebt und den Helm zusätzlich lackiert.
Kinngurt
Der Kinnriemen ist in verschiedenen Größen erhältlich, mit Klemmschnallen verstellbar und ist dank Metall-Haken ohne Werkzeug wechselbar.

Für die Nutzung mit ABC Maske ist der Kinnriemen jedoch zu kurz.

Daher benötigt man hier die separat erhältliche CHE-2 Riemenverlängerung.

Fazit
Insgesamt bin ich mit dem Busch Protective AMH-2 zufrieden. Ich nutze ihn nun seit über einem Jahr bei taktischen Seildingen und Unternehmungen mit Nachtsichtgerät.
Schutz
Besonders positiv finde ich, dass er Stoßschutz nach EN397 bietet und damit auch für Arbeiten mit Seil interessant ist. Natürlich wäre eine vollständige Zertifizierung noch schöner gewesen. Für den gedachten taktischen Einsatzzweck ist das für mich aber keinesfalls ein Ausschlusskriterium.
Verstellbarkeit und Passform
Die Verstellung im Nacken funktioniert gut, auch mit einem größeren Kopf und auch dann, wenn man eine dünne Mütze oder Kapuze darunter trägt. Die mitgelieferte Größe vom Kinngurt empfinde ich persönlich allerdings als etwas knapp. Bei mir passt der Riemen vorne auf dem Kinn recht okay. Wenn ich ihn weiter unter dem Kinn trage, wie man es teilweise macht, um den Bart weniger zu beeinträchtigen, wird es schon recht kurz. Und für die Nutzung mit CBRN Maske muss ich zwingend die separate Verlängerung nutzen.
Tragekomfort
Der Komfort mit den Standard-Postern ist insgesamt gut. Wenn man schwerere Night-Vision-Setups nutzt oder den Helm über dem Gehörschutz trägt, sollte man jedoch etwas Zeit in die richtige Polsteranordnung investieren, um Druckstellen zu vermeiden. Aber besonders mit den CPP-2 Polstersystem wird der Helm noch mal bequemer.
Die CMR-1 Rails
Die Rails sind in der Praxis sehr nützlich, allerdings nicht vollständig mit allem ARC-kompatiblen Zubehör austauschbar. Hier sollte man vor dem Kauf von Zubehör genau prüfen, was wirklich passt. Auch die Möglichkeit, den Helm mit Visieren, Trainingsschutz, Sauerstoffmasken-Systemen und weiteren Anbauteilen zu ergänzen, kann ein klarer Pluspunkt sein. Busch PROtective bietet hier einiges an Zubehör an. Da die Riemen und Rails verschraub sind, rate ich hier unbedingt den festen Sitz der Schrauben vor der ersten Nutzung zu überprüfen! Evtl. auch immer wieder mal schauen, ob die Schrauben noch gut sitzen oder gar mit Schraubensicherung sichern.
Schlusswort
Unterm Strich ist der Helm für mich aber ein gelungener taktischer Bump-Helm, der sich vielseitig konfigurieren lässt und gerade für Nutzer interessant ist, die Zubehör wie Visiere oder Schutzsysteme für Force on Force sinnvoll integrieren möchten. Aber natürlich sind auch Nachtsichtgerät, Lampen und Gehörschutz gut aufgehoben. Mit dem Gewicht von um die 900g ist er nicht unbedingt leicht, dafür kann er bedenkenlos auch mal grober im Rucksack transportiert werden und übersteht wiederholte Strapazen im Einsatz.



