Von Zug hoch auf die Rote Wand

Seit einiger Zeit hatte Wolfgang das Anliegen mal mit mir zusammen in die Berge zu gehen. Wir kennen uns schon seit Jahren und hatten vorher schon recht viel in Rhön und Spessart unternommen – Jedoch noch nicht im Gebirge. Für mich war klar, dass ich Wolfgang die Schönheit des Vorarlbergs in Österreich zeigen sollte. Da ich die Strecke schon kenne, war für mich die zeitliche Einschätzung recht einfach. Und die Gegend um den Formarinsee und die Rote Wand ist so schön, dass ich immer wieder gerne hier her komme.

Wetter: Bewölkt/Nebel
Temperatur: 13°C/3°C
Gepäck: 23kg
Müll: 200g
Dauer: 3 Tage
Strecke: ca. 30km
Schwerpunkte: Carinthia G145, Helikon-Tex Windrunner

Tag 1 – Die Ankunft

Etwas später als geplant sind wir am Donnerstag losgefahren und kamen gegen 1800 in Zug, Lech an. In Zug konnten wir bei einem befreundeten Wirt parken. Von dort aus sind wir den Lechweg Richtung Formarinsee gelaufen.

Dann sind wir ein Stück per Anhalter gefahren und haben ca. 15 Minuten oberhalb des Formarinsees übernachtet.

Tag 2 – Der Aufstieg

Morgens im Nieselregen aufgewacht war die Stimmung an sich zwar gemischt. Aber die mystisch anmutende Stimmung des nebeligen Formarinsee und Umgebung war sehr ansehnlich. Übernachtet habe ich in einem Observer Biwaksack und einem Carinthia G145 Schlafsack. Die Außentemperatur lag Nachts bei 7°C.

Zum Frühstück habe ich mir Müsli gegönnt. Für meine Touren mische ist mir Seitenbache Müsli mit Vollmilchpulver von Trek’N’Eat. Das ganze packe ich in einen Gefrierbeutel. So habe ich eine sehr leichte Mahlzeit mit viel Nährwert. Ich muss nur Wasser hinzugeben.

Da ich den Weg und die Wasserversorgung kenne, sind wir mit nur möglichst wenig Wasser im Rucksack losgelaufen. 1,5 Liter waren genug. Immerhin konnten wir oben auf dem Plateau an einem kleinen Staubecken unsere Reserven auffüllen. Hier haben wir unsere Wasserreserven auf 100% aufgefüllt. Ich hatte nun 7,5L dabei. Ich konnte mich leider nicht genau erinnern, wie die Wasserversorgung hinter der Roten Wand ist. Ich erinnere mich zwar an eine Quelle – Aber wusste nicht, ob diese ganzjährig ergiebig ist.

Der Nebel war ein treuer Begleiter. Leider hatten wir bis jetzt kein Glück und daher keine Fernsicht. Aber ich konnte Wolfgang versprechen, dass die Aussicht für ihn dann um so beeindruckender sein würde, wenn die sich plötzlich in ihrer vollen Pracht zeigen würde – WENN.

Hinter der Roten Wand war dann doch Wasser. Schmelz- und Regenwasser sind durch einen kleinen Bach geflossen und auch die Quelle war noch da. Hier haben wir kurz etwas getrunken und sind dann weiter. Bei der Temperatur von ca. 11°C und leichtem Wind war das Windrunner Shirt sehr praktisch. Ebenfalls war meine dünne Merinomütze von Arc’teryx auch wieder genau richtig.

Hinter der Roten Wand muss man unter anderem auch ein Geröllfeld queren. Hierzu empfiehlt sich festes Schuhwerk. Ich trug meine Hanwag Zentauri. Wolfgang hatte anderen hohe Schuhe von Hanwag.

Natürlich mussten wir wegen des Gepäcks einige Pausen machen. Aber als dann das letzte steile Stück erreicht war, freuten wir uns schon auf den Schlafplatz. Jedoch waren wir immer noch umhüllt von Nebel.

Oben angekommen wurde erst mal ordentlich gegessen. Immerhin mussten die verbrannten Kalorien wieder zugeführt werden. Auch im Gebirge filtere ich stehts mein Wasser. Es sei denn es kommt direkt aus einer Quelle, bei der ich Verunreinigung durch Kot oder Kadaver ausschließen kann. Hierzu hat mir der BeFree 3L wieder geholfen. So konnte ich die 3L Bergwasser transportieren und am Ziel filtern.

Zum Kochen habe ich den Katadyn Crux Weekend HE Kochsystem aus der Tacitcal Line genutzt. Wolfgang nutzte einen Jetboil FLASH.

Nach kurzer Suche haben wir unseren Biwakplatz gebaut. Hierzu haben wir uns eine recht ebene Stelle gesucht und dann zum Abhang hin einige größere Steine als Wegroll/-rutsch Schutz aufgereiht. Das alles auch noch im Nebel. Die beiden Observer Biwaksäcke haben uns aber zuverlässig vor Wind und Wetter geschützt. Die Nacht brachte Temperaturen von bis zu 3°C mit sich. Mein G145 hat in Kombination mit der ThermARest Ridgerest gerade noch ausgereicht.

Tag 3 – Vom Gipfel zum Auto

Das Wetter meinte es nun endlich gut mit uns. Morgens klarte es auf und Wolfgang war vom Ausblick fasziniert. Nun sah er zum ersten mal, wie hoch wir tatsächlich waren. Auch für mich war der Ausblick atemberaubend.

Da die Sicht nun etwas besser war, war für uns klar, dass wir uns den Gipfel nicht entgehen lassen. Immerhin waren wir schon nah am Gipfel dran. Auch der Gletscher war zeitweise vollständig zu sehen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück packten wir unsere Sachen, ließen unsere fertig gepackten Rucksäcke am Lagerplatz zurück und machen uns auf zum Gipfel. Der ungesicherte Steig bedarf Trittsicherheit. 

Am Gipfel angekommen war die Aussicht gemischt. Aber durch die Wolken konnten wir unseren Anmarschweg sehen. Die Wolken störten uns jetzt gar nicht mehr. Auf dem Bild zu erkennen ist auch der Formarinsee.

Für den Weg zum Gipfel hatte ich meinen Osprey Ultralight Stuff Sack als Daypack dabei. Darin hatte ich den Helikon-Tex Windrunner und meine Kamera + GoPro. Nachdem wir die Aussicht genug genossen hatten, gingen wir zurück zu den Rucksäcken.

Auf dem Weg nach Unten merkten wir wieder, wie weit wir unsere Rucksäcke doch getragen hatten. Unterwegs machen wir auch wieder eine ausgiebige Mittagspause mit warmen Essen von Trek’N’Eat.

Der Blick zurück war durch den fehlenden Nebel immer wieder interessant. Immerhin konnten wir beim Aufstieg das Ziel die ersten beiden Tage nie sehen.

Der Weg zurück nach Zug zog sich über eine Strecke von ca. 18km. Unterwegs durfte die Erfrischung in der Lech natürlich nicht fehlen.

Zurück in Zug, Lech sind wir beim Gasthof Auerhahn eingekehrt. Hier haben wir ordentlich gegessen und getrunken. Danach sind wir bis in die Nacht noch nach Hause gefahren. Alles in Allem wieder eine sehr gelungene und schöne Tour.