Roadtrip Italien 2018

Wie man die letzten Wochen auf Instagram verfolgen konnte, habe ich mit meiner Freundin einen Roadtrip durch Italien gemacht. Der Urlaub war recht spontan geplant. Und das bewusst nach der regulären Urlaubszeit. So hatten wir Strände für uns alleine und viel Platz auf den Campingplätzen.

Zeitraum: Mitte Oktober
Dauer: 7 Tage
Temperatur: Tagsüber um die 22-27°C
Übernachtungen: 5 Nächte auf Campingplatz im Zelt (Hilleberg Unna), 2 Nächte im Auto (Golf VII)
Strecke: 3400km
Maut: ca. 180€
Aktivitäten: Im Meer schwimmen, Auto fahren, Essen, Enstpannen, Wandern, Klettern und Auto fahren 

Allgemeines zur Tour

Tag 1 – Von Nähe Sigmaringen nach Riva del Garda an den Gardasee
Tag 2 – Am Gardasee den „Schmugglerweg“ gegangen. Danach weiter nach Porto Salvo
Tag 3 – Nach Rio Claro. Schwimmen, essen, schlafen.
Tag 4 – Schwimmen im Meer, einkaufen in Terracina und erkunden von Kletterfelsen bei Superlonga
Tag 5 – Von Rio Claro nach Sorrento. Erkunden von Kletterfelsen bei Punta Campanella
Tag 6 – Klettern bei Punta Campanella bei Marina del Cantone, danach nach Lazise am Gardasee.
Tag 7 – Zum Markt nach Peschiera del Gard, danach zum Salewa Outlet bei Verona. Danach nach Hause Nähe Fulda.

Bei diesem Bericht möchte ich weniger auf die Tour als solches eingehen. Sondern mehr auf die Ausrüstung und einzelne Unternehmungen. Im Schlusswort fasse ich aber auch unsere Erfahrungen und Einschätzungen grob zusammen.
Dieser Bericht enthält Produktplatzierungen! Einige der vorgestellten und verlinkten Artikel wurden mir zur Verfügung gestellt.

Zelt und Übernachtung

Das Hilleberg Unna ist ein Solozelt. Jedoch kann man es als Pärchen mit Auto sehr gut auch zu zweit nutzen. Eingerichtet hatten wir es mit einer Exped Synmat 7 und einer Snugpak Premium Air Mat. Darüber dann eine Wolldecke als „Bettlaken“. Dazu dann unsere normale Bettwäsche mit dicker Decke und Kissen. So konnten wir fast wie zu Hause schlafen.

Kochutensilien und Essen

Als Kocher hatte ich zwei mal den Optimus Polaris und einmal den Optimus Crux dabei. Der Crux ist ein Gaskocher. Diesen haben wir primär zum Toasten verwendet.
Der Optimus Polaris ist ein Multifuel Kocher. Ihn haben wir für den Espresso und die Zubereitung von Mahlzeiten benutzt.

Den Optimus Polaris kann man mit vielen verschiedenen Brennstoffen betreiben. Daher war hier klar, dass uns der Treibstoff nicht ausgehen wird (immerhin haben wir ja auch ein Auto dabei). Als Topf haben wir in diesem Fall den Optimus Terra genutzt.

Gegessen haben wir hauptsächlich Nudeln mit Pesto oder Sauce. Mit einer Pfanne von Outwell haben wir uns auch einige Male Pfannkuchen zubereitet.

Um nicht auf dem Boden sitzen zu müssen hatten wir einen kleinen Campingtisch und zwei Campingstühle dabei. Durch das einbringen von frisch gekauften Lebensmitteln konnten wir die Woche gut mit Nudeln überstehen.

Der Verkehr in Italien

Schrecklich… Sicherheitsabstand, Blinker und das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen scheint hier keinen zu interessieren. Daher ist die Landstraße und besonders der Verkehr in den Städten wirklich anstrengend. Auf der Autobahn geht das ganze dann wieder halbwegs. Hier sind nur die LKW etwas gruselig, die gerne mitten auf der Mittelmarkierung fahren und auch scheinbar ungerne blinken.

Schmugglerweg am Gardasee – Sentiero Contrabbandieri

Auf diesen „Klettersteig“ wurde ich durch Felix aufmerksam gemacht. Dadurch, dass ich mit meiner Freundin regelmäßig Klettere, hielten wir den Steig für machbar. Nach etwas Recherche und durch Berichte von Felix konnten wir uns richtig für den Klettersteig vorbereiten. So nahmen wir z.B. ein 40m Einfachseil mit. 30m hätten jedoch locker gereicht. Meine Schuhe sind Garmont Dragontail. Meine Freundin hat ihre Hanwag Nazcat getragen. Ebenfalls dabei hatten wir Expressen, Tibloc, Tube, Prusik und Daypacks mit Trinken und Snacks. Durch waren wir in knapp 6 Stunden.

Wir sind den Klettersteig gegen den Uhrzeigersinn gegangen. So haben wir uns das steile Stück am Ende gespart und sind dieses dann am Anfang gegangen. Der Einstieg war dank der Beschreibung im „Klettersteigführer Dolomiten-Südtirol-Gardasee“ mit etwas Aufmerksamkeit zu finden. 

Der Klettersteig ist nicht komplett gut abgesichert. Die Stahlseile sind teils dünn und wirken so, als ob man da lieber nicht reinfallen sollte. Aber in regelmäßigen Abständen findet man Bohrhaken. Wenn man genügend Expressen (wir hatten 12 Stk dabei) dabei hat, kommt man gut am laufendem Seil voran. An etwas kritischen Stellen haben wir auf die klassische Sicherung im Vor- und Nachstieg gewechselt. An den meisten Stellen kann man mit etwas Trittsicherheit jedoch eigentlich auch ungesichert gehen.

Uns kamen unterwegs Rückkehrer entgegen, die umkehren mussten, weil sie kein Seil dabei hatten. Helm und Seil sowie etwas alpine Erfahrung schaden hier keinesfalls. Für uns war der Klettersteig ein schönes Abenteuer innerhalb der Comfort Zone.

Klettern am Meer – Punta Campanella

Kletterfelsen konnten wir durch die Vertical Life Climbing App recht einfach finden. Der Erste Felsen in der Nähe von Superlonga war leider durch deutliche „Zugang verboten“ Schilder fürs Klettern nicht wirklich interessant. Daher waren wir hier nicht klettern. Dann aber später auf unserer Tour bei Punta Campanella. Diesen Spot haben wir ebenfalls durch die App gefunden. Jedoch stand in der App eine Zeit von 5 Minuten für den Zustieg. Wir haben am ersten Tag gut eine Stunde gebraucht um den Felsen zu finden. Dann war es zeitlich zu knapp um zu Klettern. An folgenden Tag sind wir zielstrebig in 45 Minuten zugestiegen. Die Wanderung zum Leuchtturm wird scheinbar gerne gegangen. Der Weg ist sehr schön.

Vom Weg aus hat man einen schönen Blick auf die Isola di Capri.

Der Spot ist wunderschön und unmittelbar am Meer. Wir waren unter der Woche ein paar Stunden vor Ort und haben unten am Felsen nur drei weitere Personen angetroffen. Darunter ein Abnoetaucher.

Meine Kletterschuhe sind Tenaya Masai. Meine Freundin trägt Scarpa.

Für die Kletterei haben wir uns eine 5a herausgesucht. Zu Hause klettern wir im Regelfall IV bis V. Mein Helm ist ein lackierter Black Diamond Vector.

Schlusswort

Viele Campingplätze in Italien haben nur bis Mitte August geöffnet. Bis auf ein mal haben wir über Internet immer recht einfach einen geöffneten Campingplatz gefunden. Beim Googlen sollte man auch mal daran denken in Englisch zu Googlen. Auch wenn es um Märkte und Öffnungszeiten gibt. Besonders wenn man nicht mehr so in den typischen Touristenzonen von Deutschen ist.
Alles in Allem hat dieser spontane Urlaub super geklappt und wir hatten eine schöne Zeit. Die Kosten waren verhältnismäßig überschaubar und trotz des kleines Zeltes haben wir uns nach den 7 Tagen immer noch leiden können.
Wer noch nie zusammen Klettern, Campen und so weiter war, sollte das besser erst nachholen bevor er eine solche Unternehmung macht. Wir werden etwas derartiges wohl wieder machen. 

Ein Video zu der Tour habe ich auch gedreht. Das muss ich nur noch schneiden und hochladen. Dann wird man das auf meinem Youtube Kanal sehen können.