Die Steigeisen von Petzl sind nahezu alle untereinander Kompatibel. So kann man recht einfach ein breites Spektrum an alpinen Tätigkeiten abdecken.
Ich habe mir die Vasak, Sarken und Dart Steigeisen zugelegt. Diese mit Flex sowie mit Leverlock Bindung. So decke ich alles von einer einfachen Gletschertour, über Steileisklettern bis hin zum Drytooling ab. Im Sortiment von Bergfreunde.de findet man auch noch andere Modelle.

Allgemein

Die Steigeisen bestehen im Regelfall aus vier Teilen:
– Bindung
– Frontteil
– Fersenteil
– Mittelsteg

Gewicht der Einzelteile im Überblick:
– Frontteil Vasak:     186g
– Frontteil Sarken:     200g
– Frontteil Dart:     152g
– BARETTE (fester Mittelsteg):     52g
– Fersenteil, Stahl:     111g
– FIL (Bindung, Bügel):     19g
– Back Lever:     48g
– FIL Flex (Flexbindung, vorne):     35g
– Back Flex:    62g

 
Die Bindung gibt es als Körbchen oder auch mit Starrer Bindung. Lange Zeit gab es die Leverlock Bindung von Petzl nicht einzeln zu kaufen. Inzwischen kann man aber alle Bindungskomponenten separat kaufen.

Flexbindung, vorne eignet sich für Bergschuhe ohne vordere Kante. Können aber auch für Schuhe mit Kante verwendet werden. Das Gewicht liegt bei 35g.

Flexbindung, hinten eignet sich für Bergschuhe ohne hintere Kante. Sie kann auch bei Schuhen mit Kante verwendet werden. Im Normalfall bevorzugt man bei einer Kante aber die Bügelbindung. Das Gewicht der Flexbindung für Hinten liegt bei 62g.

Bügel, vorne kann man nur bei Schuhen nutzen, die vorne eine Kante haben. Wenn die Kante bei alten Schuhen stark abgenutzt ist, sollen die Bügel teilweise rausspringen können. Das Problem hatte ich jedoch noch nicht. Das Gewicht eines Bügels liegt bei 19g.

Leverlock, hinten kann man nur bei Schuhen mit hinterer Kante verwenden. Das Gewicht liegt bei 48g.

Die Frontteile habe ich in verschiedenen Ausführungen. So kann ich meine Steigeisen an die aktuellen Anforderungen anpassen. Weiteres dazu folgt weiter unten im Bericht.

Das Fersenteil der Steigeisen gibt es auch in verschiedenen Ausführungen. Leicht aus Alu oder mit unterschiedlich vielen Zacken. Ich selber habe zwei mal das XXX mit Antistollenplatte. Daher gehe ich hier nicht weiter auf die Unterschiede der verschiedenen Hinterteile ein. Gewicht einzeln, ohne Bindung: 111g

Den Verbindungssteg gibt es in der Standartausführung sowie in einer flexiblen Ausführung für bedingt Steigeisenfeste oder besonders große Schuhe. Ich selber habe Schuhgröße 47 und trage die Steigeisen seit Jahren mit dem Standartbügel. Und das auch bei bedingt steigeisenfesten Schuhen (Hanwag Ancash). Der Starre Bügel wiegt einzeln: 52g

Vasak

Die Vasak sind mit zwei horizonalen Frontzacken und einer Antistollenplatte ausgestattet. Sie sind gut für Expeditionen, Gletschertouren und das Klettern im Firn oder weichem Eis geeignet. 

Besonders gut geeignet für: Expeditionen, Gletschertouren, Firnklettern
Gewicht eines Frontteiles ohne Bindung: 186g
Antistollenplatte: JA

Sarken

Die Sarken sind mit zwei vertikalen Frontalzacken und einer Antistollenplatte ausgestattet. Diese haben aber oben noch eine art horizontale Verstärkung. Sie sind gut für das Eisklettern geeignet. Natürlich kann man sie auch bei Gletschertouren oder ähnlichem nutzen.

Besonders gut geeignet für: Steileis, Eisklettern
Gewicht eines Frontteiles ohne Bindung: 200g
Antistollenplatte: JA

Dart

Das Dart ist mit einer vertikalen Monozacke ausgestattet. Es hat keine Antistollenplatte. Das kann auch schon bei recht kurzen Zustiegen – besonders bei feuchtem Schnee – schnell gefährlich werden. Durch den Klumpen an Schnee verliert man den Grip der Steigeisen. In der Wand eignen sich die Steigeisen besonders für technisches Eisklettern oder gar Drytooling. 

Besonders gut geeignet für: Technisches Eis-/Mixedklettern, Drytooling
Gewicht eines Frontteiles ohne Bindung: 152g
Antistollenplatte: NEIN


Fazit

Durch die Kompatibilität der verschiedenen Modelle und die große Auswahl, die Petzl bietet, hat man mit den Petzl Steigeisen einen Partner fürs Leben. Es gibt noch weiter Komponenten und Ausführungen, die ich in diesem Bericht nicht behandelt habe. 
Letztendlich muss jeder, der sich Steigeisen zulegen möchte, mit dem Thema auseinandersetzen und überlegen, ob er sein Steigeisen, welches er Anfangs vielleicht nur für Gletschertouren kauft, später vielleicht auch mal auf ein Steigeisen fürs Steileis umbauen möchte.

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