Leo Köhler Kampfjacke Lang

Bundeswehr.de über den Kampfanzug Einsatz/Übung:
Die künftige Kampfbekleidung für Einsatz und Übung

Die ‚Kampfjacke Lang Einsatz/Übung‘ von der Firma Leo Köhler ist die lange Ausführung der ‚Kampfjacke Kurz Einsatz/Übung‘. Während die kurze Ausführung eine Feldbluse ist, handelt es sich bei der langen Ausführung dieser Jacke um einen Smock mit entsprechend vielen Taschen. Dritte Komponente des Anzugs ist die ‚Kampfhose Einsatz/Übung‘.

Die Jacke ist nur in Flecktarn verfügbar. In diesem Testbericht trage ich eine Carinthia Kälteschutzjacke unter der Kampfjacke. Die dicke Kapuze und der Kragen sind auf vielen Fotos sichtbar. Diese gehören nicht zur Kampfjacke!
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Allgemein

Die Jacke ist kürzer geschnitten als der allseits Bekannte Smock von Leo Köhler. Das erkennt man auch einfach an dem Abstand der Taschen zum Taillenzug. Der Smock ist im Bereich der Taschen aber weiter geschnitten und zwischen den einzelnen Taschen ist immer etwas Platz. Unterhalb der Taschen ist ein weiter Kordelzug.
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Vorne auf der linken Seite hat die Jacke etwas Flausch für ein Namensband und eine Schlaufe zur Aufnahme von Dienstgrad und Truppenzugehörigkeitsüberziehschlaufen. Ich bevorzuge zwar eher die Klettbaren Dienstgradabzeichen. Aber etwas Nostalgie kann ja nicht schaden.
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Die Jacke wird vorne mit einem Zweiwege-Reißverschluss verschlossen. Dieser ist mit einer Flappe verdeckt. Die Flappe wird oberhalb des Taillenzugs mit Klett und unterhalb mit zwei verdeckten Slotted Buttons geschlossen.
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Durch den Knopf und den Kordelstopper des Taillenzugs lässt sich der Anfang des Reißverschlusses aber relativ schlecht greifen. Besonders mit Handschuhen kostet das Schließen des Reißverschlusses daher etwas Zeit…
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Der Kragen hat eine angenehme Höhe und ist innen mit Fleecestoff versehen. So wärmt er bei Bedarf etwas und ist angenehm zu tragen. Im Sommer verzichtet man eher auf den Kragen. Sobald es aber wieder etwas kühler und dazu noch etwas windig wird, kommt der Kragen wieder sehr gelegen.
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Die Schulterpartie ist mit Cordura verstärkt und leicht gepolstert.
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Die Ellenbögen sind großzügig mit Cordura verstärkt und haben eine herausnehmbare Polsterung.
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Zur Belüftung sind in den Achselhöhlen Reißverschlüsse mit Netzeinsätzen eingenäht. Der Netzeinsatz verhindert zwar, dass man die Belüftung einer darunterliegenden Jacke öffnen kann, schützt aber genau so gut vor ungewünschten Besuchern in der Jacke. Bei Bedarf kann man das Netz aber heraustrennen.
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Leider wurde hier aber nur ein normaler Reißverschluss verwendet, welchen man daher nur von unten nach oben öffnen kann. So ist durch eine Weste, ein Chest  Rig, einen Rucksack oder durch eine Kombination dieser drei Ausrüstungsgegenstände die Funktion des Reißverschlusses nicht mehr gegeben. Daher sollte man schon vor dem Anlegen darauf achten, dass man den Reißverschluss schon so weit öffnet, dass er nicht blockiert wird. Ein Zweiwege-Reißverschluss wäre hier ratsam gewesen…
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Die Ärmelabschlüsse sind durch Klett verstellbar und verschließen die Ärmel gut.
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Taschen

Die Jacke besitzt insgesamt elf Taschen.
Die Oberarmtaschen sind mit Reißverschlüssen versehen. Innen haben sie eine weitere kleine Tasche sowie eine Stoffschlaufe zum sichern des Inhaltes.
Außen ist etwas Flausch zum anbringen von Patches sowie eine kleine Flappe, mit welcher man zum Beispiel einen IR Patch abdecken kann. Diese kann bei Nichtverwendung hinter dem Flausch untergebracht werden. Auf der linken Seite befinden sich außen drei Einschübe für Stifte.
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Im Brustbereich sind flache Napoleontaschen, in die man seitlich eingreifen kann. Innen sind diese mit Netz versehen.
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Umlaufend sind die gewöhnlichen fünf Smocktaschen. Dazu zählen vier kleiner Taschen sowie eine größere Wilderertasche hinten. Die Taschen sind alle mit einer Ablauföse versehen und sind im unteren Bereich durch doppelten Uniformstoff verstärkt. Die Abstände zwischen den Taschen ermöglichen, dass man sich seitlich hinlegen kann, ohne auf dem Inhalt der Tasche zu liegen.
Die Taschen sind vom Schnitt her eckig gehalten und lassen die Kampfjacke daher weniger „gammelig“ als die üblichen Smocks aussehen. Verschlossen werden sie mit verdeckten Slotted Buttons. Seitlich befindet sich ein Reißverschluss, dieser ermöglicht, dass man Kleinteile einfach herausnehmen kann.
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Im Inneren haben die Taschen eine Stoffschlaufe um den Inhalt sichern zu können. Hier wurde auf D-Ringe verzichtet. Mir persönlich ist es sogar lieber so.
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Auch die Wilderertasche hat beidseitig jeweils einen Reißverschluss. Aber leider keine Stoffschlaufen zum Sichern des Inhaltes. Sie fällt durch die Abstände zwischen den Taschen kleiner aus als beim klassischen Smock.
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An den Unteramen hat die Kampfjacke jeweils eine kleine RV Tasche für Kleinzeug.
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Die Kampfjacke besitzt keinerlei Innentaschen.
Auf diesem Foto sieht man auch noch mal gut den Netzstoff der Napoleontaschen.
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Fazit

Ich bin mit der Jacke schon durch Alpen und durch die Heide in den Niederlanden. Ebenso habe ich sie auch im Inland schon unzählige Male durchgeschwitzt oder durch den Regen getragen. Daher kann ich sagen, dass die Jacke sehr angenehm zu tragen und gut durchdacht ist.
Negativ ist jedoch, dass der Reißverschluss in den Achseln kein Zweiwege-Reißverschluss ist und daher gerne blockiert wird. Auch die Tatsache, dass man den Frontreißverschluss unten nicht sonderlich einfach zusammenstecken kann ist etwas nervig.

Zum Beispiel beim Spähtrupp ist der Klettsteifen, mit dem die Flappe über dem Frontreißverschluss verschlossen wird, ungünstig. Da wäre eine reine Knöpfung wesentlich leiser.

Ich selber habe eine Körpergröße von ungefähr 1,92m. Da ist mir die Kampfjacke (Größe L) etwas zu kurz. Wenn ich einen Rucksack mit breitem Hüftgurt (dienstlicher Berghaus Atlas) trage, sind die Taschen manchmal so nah am Hüftgurt, dass ich nur schwer in die Taschen eingreifen kann.

Dennoch ziehe ich die Jacke dem klassischem Smock von Leo Köhler vor. Das auch unter anderem wegen den geräumigen Oberarmtaschen.
Ebenso hat die Jacke einen sehr angenehmen und fast schon sportlichen Schnitt, der mir sehr zusagt.

Zur Verarbeitung und Qualität muss ich nicht viel sagen. Die ist – wie man es nicht anders von Leo Köhler kennt – natürlich sehr gut!
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Hier die Kampfjacke im Tarnmuster Multicam Tropic – Aktuell wohl noch ein Einzelstück. Bei Interesse sendet doch bitte einfach eine Nachricht an Leo Köhler.
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