Jubiläumsgrat und Brunntalgrat

Schon lange habe ich mit Felix den Jubiläumsgrat auf der to-Do Liste stehen gehabt. Mit einer Länge von 7 km ist dieser Grat recht lang und mit einem Zeitansatz von ca. 8 Stunden angegeben. Auf-die-Zugspitze-wandern hat einen interessanten Beitrag zu dieser Tour auf seiner Webseite: Tour 5: Der Jubiläumsgrat

Unser Plan war es an der Zugspitze zu starten, in der Biwakschachtel zu übernachten und den Grat am zweiten Tag fertig zu machen. Während der Tour haben wir jedoch umdisponiert. Weiteres hierzu im Verlauf des Textes.

Tag 1 – Bergfahrt und der Grat

Wir sind morgens mit der ersten Bahn hoch zur Bergstation der Zugspitze gefahren… Schon hier war die Menge an Touristen fast erschreckend. Wir selber mussten uns durch die Nutzung der Seilbahn auch irgendwie mit dazuzählen. Oben an der Bergstation angekommen war der Gipfel auch nicht mehr weit. Ein Baugeländer runter und dann ein paar Meter queren. Schon war der Gipfel der Zugspitze erreicht. Der erste Eindruck war hierdurch direkt eher negativ. Ich selber bevorzuge die Abgelegenheit… Also haben wir uns etwas beeilt um etwas Abstand zu den Touristenmassen zu bekommen.

Wir beginnen mit dem Steigen des Grates. Wir hatten uns etwas alpine Seilarbeit gewünscht und nicht eine Wanderung auf allen Vieren. Nach ungefähr einer Stunde haben wir angefangen zu merken, dass unsere Erwartungen nicht erfüllt werden, wenn wir den Grat so wie üblich gehen. Also beschlossen wir uns nun mit Seil und Sicherungsmitteln zu arbeiten.

Somit war nun auch klar, dass wir den ursprünglichen Zeitplan nicht einhalten können. Denn wenn einer vor steigt und den Nachfolgenden im Nachstieg sichert, braucht man für die gleiche Strecke grob doppelt so lange. Unsere Expressen waren Edelrid Nineteen G. Diese sind besonders leicht.

Die Sonne sank immer weiter Richtung Horizont.

Wir haben lange hin und her überlegt ob wir den Grat nun dennoch komplett machen um ihn gemacht zu haben. Oder ob wir beim Notausstieg absteigen – Wir haben uns für den Abstieg über den Brunntalgrat entscheiden. Immerhin hatten wir am Jubiläumsgrat nur wenig Freude. Der Sonnenuntergang jedoch war ein sehr schöner Anblick.

Noch ein gutes Stück vor der Biwakschachtel ist die Abzweigung zum Notabstieg über den Brunntalgrat zur Knorrhütte. Also nutzten wir das letzte Sonnenlicht um noch etwas abzusteigen.

Als die Sonne nun komplett untergegangen war, suchten wir uns einen sicheren Spot für ein spartanisches Biwak. Mit dem Einfachseil haben wir zwei große Felsköpfe gezipfelt und konnten uns so sicher zum Schlafen hinlegen. Die Temperatur sank auf 6°C und der Wind nahm zu.

Tag 2 – Brunntalgrat als Notabstieg

Früh morgens sind wir noch vor Sonnenaufgang aufgestanden und haben nun mit dem Abstieg begonnen. Mit Stirnlampen und dem Mond hat sich uns teils ein recht surrealer Anblick geboten. 

Fazit

Der Jubiläumsgrat ist nicht für Anfänger geeignet und ein sehr interessanter Grat. Er erfordert ein hohes Maß an Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Wer sich jedoch technischen Alpinismus erhofft, ist beim Jubiläumsgrat nicht sonderlich gut aufgehoben – Zumindest nicht im Sommer.

Wer jedoch gerne größtenteils ungesichert einen ausgesetzten Grat zum Teil auf allen Vieren entlangläuft, der wird auf dem Jubiläumsgrat sicherlich seinen Spaß haben.

Beim Schuhwerk hatten wir uns für Zustiegschuhe entschieden. Diese waren für den Grat und die leichte Kletterei optimal. Für den Langen Abstieg wären Schuhe mit hohem Schaft angenehmer gewesen. Wir nutzen Garmont Dragontail.

Video zur Tour