Erster Schnee auf der Roten Wand

Bevor der „Bergsommer“ nun so richtig vorbei ist, wollte ich noch mal hoch zur Roten Wand und dort den Gletscher anschauen. Der Wetterbericht und die Wettercam vom Spullersee versprachen gute Bedingungen. Ich erwartete eine minimale Pulverschneeauflage. Jedoch kam es anders als erwartet …

Gepäck: 24kg
Strecke: Mit vollem Gepäck ca. 20km
Dauer: 2 Nächte
Termperatur: Nachts etwas unter Null
Wetter: Sonnenschein

Tag 1 – Der Aufstieg

Da ich erst gegen Abend in Zug, Lech ankam und nur zwei Nächte bleiben wollte, musste ich mich etwas beeilen. Der Bus fuhr nicht mehr bis zum Formarinsee und das Geld für die Mautstraße wollte ich diesmal nicht zahlen. Ich dachte vielleicht kann ich wieder bisschen per Anhalter fahren. Jedoch war kaum Verkehr. Daher lief ich die kompletten ca. 15km bis auf das Plateau unter der Roten Wand und schlug dort mein Zelt auf. Ich kam mitten in der Nacht an.

Tag 2 – Ein langer Weg

Schon beim nächtlichen Aufstieg musste ich merken, dass deutlich mehr Schnee lag, als erwartet. Jedoch beschloss ich meinen Plan beizubehalten. Am zweiten Tag musste ich erst ausschlafen und ausgiebig frühstücken.

Mit einem kleinen Rucksack machte ich mich nun auf den Weg zum Gipfel. Aber schon bald musste ich merken, dass ich bei diesen Bedingungen teilweise besser meine Schneeschuhe dabei haben sollte. Jedoch kämpfte ich mich durch den Schnee und war der einzige auf der kompletten Tour. Ab der Hälfte waren die Schneeverhältnisse jedoch wieder besser. Kurz vor dem Gipfelgrat musste ich dann feststellen, dass der Gletscher aber auch wieder komplett mit Schnee bedeckt ist. Und da ich komplett alleine war habe ich mich nun gegen die Begehung des Gletschers entschieden. Denn bei Schneeauflage erkenne ich keine gefährlichen Gletscherspalten und meinen Eisschrauben kann ich auch nicht zur Absicherung nutzen. Also nun über den „Grat“ Richtung Gipfel.

Um mir den Weg etwas zu erleichtern habe ich nun Seil, Eisschrauben und weiteres Zeug zurückgelassen. Mit Kamera, Trinken und Eisgerät ausgestattet ging ich nun etwas weiter und wusste ziemlich genau, wo der Weg entlangführt. Aber schon bald musste ich mir eingestehen, dass die 15km vom Vortag, das durch den Schnee Kämpfen und die leichte Müdigkeit mir meine Konzentration und Trittsicherheit raubten. Nach zwei zum Glück nur kleinen Ausrutschern entschloss ich mich nicht auf den Gipfel zu gehen. 

So nah am Ziel… Dennoch umzukehren war nicht einfach, aber definitiv vernünftig. Also begab ich mich zurück zur Übernachtungsstelle und konnte auf dem Abstieg den Sonnenuntergang genießen. Unterwegs war ich froh, dass ich umgekehrt hatte. Denn nun merkte ich noch mehr die Anstrengung meiner Beine und die damit verbundene Trittunsicherheit. Wieder am Zelt half mir ein zuckerhaltiges Getränk und eine ausgiebige Mahlzeit bei der Genesung. Nun war es spät und ich konnte Schlafen.

Tag 3 – Der Abstieg

Ich nutzte die Zeit zum entspannen und um einige Fotos von Produkten zu machen.

An diesem Samstag kamen nun noch einige Wanderer bei mir vorbei. Darunter auch welche mit Sportschuhe – Die hatten wohl auch wenig Schnee erwartet. Diese und weitere Wanderer drehten schon deutlich weiter vom Gipfel entfernt um. Mindestens eine Gruppe aus drei Bergsteigern ist jedoch tatsächlich bis auf den Gipfel gekommen. Hier sieht man wieder, dass Fitness, Uhrzeit und viele andere Faktoren ausschlaggebend sind.

Nun packte ich meine Sachen und machte mich zurück zum Auto.

Auch wenn ich weder auf dem Gletscher noch auf dem Gipfel war, die Tour war für mich dennoch ein voller Erfolg. Denn ich bin gesund und ausgepowert am Auto (und später zu Hause) angekommen.

Ein Youtube Video zur Tour folgt natürlich auch wieder 😉

Benutzte Ausrüstung

– Petzl Leopard Steigeisen
– Carinthia MIG 4.0
– Carinthia TLG
– Schlafsack Carinthia Defence 4
– Hilleberg Unna Zelt
– Hanwag Zenturio
– Garmin Fenix3
– Petzl Quark Eisgerät
– Olight H2R Kopflampe

– Klattermusen Tor 80
– Klattermusen Gere 2.0
– Armadillo Merino Tiger Long Sleeve
– Edelrid Aprus Pro Dry Halbseil
– Arc’teryx Cierzo 28 Rucksack
– Arc’teryx Trino Beanie
– Katadyn Pocket Wasserfilter
– Optimus Polaris Tactical Kocher
– Isomatte Exped Synmat 7