Erkundung am Rotenfels bei Bad Kreuznach

Letztens habe ich beim Klettern jemanden getroffen, der mir von Rotenfels bei Bad Kreuznach (bzw. Norheim, Bad Münster am Stein-Ebernburg, Traisen, Hüffelsheim und Rüdesheim). Zu Hause angekommen habe ich mich sofort erkundigt und den Kletterführer fürs Rhein-Main-Gebiet von Panico Alpinverlag bestellt. Da der Fels Naturschutzgebiet ist, ist er zu gewissen Zeiten gesperrt. In einigen Teilen wohl auch ganzjährig. Ansonsten konnte ich bei meinen Recherchen keine besonders guten Bilder oder gar Videos zum Klettern am Rotenfels finden. Daher habe ich mich entschlossen direkt von Beginn an Content zum Felsen zu generieren.

Was ist der Rotenfels überhaupt?

Der Rotenfels ist ein Berg mit einer Höhe von 727m ü. NHN, einer Wandlänge von 1200 m und eine Wandhöhe von bis zu 202 m. Das Gestein ist brüchiges Quarzporphyr. Daher ist die Absicherung der Routen nicht sonderlich einfach. Durch das lose Gestein besteht erhöhte Steinschlaggefahr! Allgemein wird nur erfahrenen Klettern empfohlen sich hier auf den Mehrseillängen zu bewegen. Weitere Informationen zum Berg und zum Felsen findest du auf Wikipedia oder im Kletterführer.

Warum Erkundung?

Ich hatte mir für die Erkundung des Geländes bis zu 5 abendliche Stunden eingeplant. Am nächsten Tag wollte ich noch vor dem zum Nachmittag angekündigten Regen mindestens eine Route geklettert sein. Die Erkundung war für mich hier besonders wichtig, weil bereits im Kletterführer auf weite Hakenabstände hingewiesen wurde. Auf den Topos meiner ausgewählten Routen sind dazu gar keine Haken eingezeichnet. Lediglich die Standplätze sind mit einem Symbol eingezeichnet. Und da man hier wegen des losen bis brüchigen Gesteins oft keine Klemmkeile oder andere mobile Sicherungsmittel setzen kann, ist es essentiell sich vor dem Klettern mit der Route auseinanderzusetzen.
Hinzu kommt, dass bei dieser Felsstruktur die Haken und Routen deutlich schwieriger zu erkennen sind als bei „glatten“ Routen im Basalt o.ä..

Der Felsen liegt nicht vor meiner Haustüre. Also habe ich den Wetterbericht herangezogen. Aus dem Regenfreien Abend wurde ein Abend mit Regen. Daher konnte ich abends lediglich den Weg unterhalb und oberhalb der Klippen abschreiten. Die Erkundung „in der Wand“ musste nun also doch am zweiten Tag erfolgen. Da der Regen nun mit Gewittern schon für Mittag gemeldet war, stand für mich fest, dass ich nicht mehr wirklich klettern würde.

Der Zustieg

Oberhalb der Klippen befindet sich ein ausgeschilderter Parkplatz. Von diesem aus kann man zu Fuß den Aussichtsweg oberhalb der Felsen entlanglaufen. Hier findet man auch die Aus- und Zustiege zu den Routen. Ich hatte mir die 22, 18 und 12 herausgesucht. Oberhalb der Klippen konnte ich schon die ersten Haken an den Ausstiegen der Routen finden.

Der Abstieg an den Einstieg der Routen (18 u. 22) war bei dem immer noch leicht nassen Felsen auch ein kleines Abenteuer. Der Weg ist ein schmaler Trampelpfad, der direkt an der Klippe über die steile Wiese nach unten führt. Wenn man einen stark mit Sträuchern verwachsenen Weg läuft, hat man die Abzweigung verpasst. Die Abzweigung ist ca. 10m nach dem Aussichtsweg direkt in der ersten Kurve des ausgespühlteren und scheinbar häufiger benutzen Weges. Das erste Stück lässt sich gut ungesichert gehen.

Weiter unten nach dem Einstieg der Route 22 muss man teils etwas abklettern. Hier habe ich mir das ganze etwas vereinfacht und habe mich abgeseilt. Hierzu habe ich den Haken vom Stand der Route 22 genutzt.

Da nun auch schon langsam der Regen eingesetzt hat, habe ich mich nur noch etwas umgesehen und die beiden 60m Halbseile direkt im Haken gelassen. Von hier konnte ich den Weg zum Einstieg in die Route 18 sehen und konnte das Gelände nun deutlich besser einschätzen. Da der Regen in Schüben kam entschied ich mich dazu noch ein paar Bilder zu machen und dann wieder aufzusteigen.

Ergebnis

Neben einem ersten Eindruck der Felsqualität und des Aufwandes der Zustiege habe ich nun auch ein erstes Bild der Routen bekommen. In der Route 22 (4+) habe ich gesehen, dass auch zwischen den Standplätzen Bohrhaken in der Wand sind. Bei Route 12 (4) sind am Ausstieg zwei Bohrhaken. Daher gehe ich davon aus, dass die Routen allgemein zwischen den Standplätzen Haken haben. Teilweise kann man aber wohl mit Zipfelschlingen absichern.

Nun weiß ich für nächstes Mal wie viel Zeit ich ca. für den Zustieg einrechnen muss. Vermutlich werde ich die Routen zuerst von oben als Solo Top Rope klettern. Oder mich zumindest abseilen um zu sehen wie die Hakenabstände und Sicherungsmöglichkeiten sind. Immerhin möchte ich beim Rope Solo kein unnötig hohes Risiko eingehen und beim Klettern in eine falsche Route einsteigen oder durch fehlende Sicherungsmöglichkeiten Leib und Leben riskieren.

Wenn ich dann mal am Fels klettern war, werde ich dazu wieder einen Bericht schreiben und vielleicht auch Videos zusammenschneiden 😉

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