Drei Tage im Vorarlberg

Wie man die letzten Tage auf Instagram schon sehen konnte, war ich diese Woche wieder im Vorarlberg in Österreich unterwegs. 

Gepäck: 35kg
Schwerpunkte: Carinthia G145 + Ultra Jacket, Optimus Svea, Erkundung Route an Rote Wand.
Temperatur: 20°C Tags, 3°C Nachts
Wetter: Sonnig / Bewölkt
Kamera: Canon EOS 5Ds R, GoPro Hero 5 Black

Tag 1 – Anreise

Ich bin Montag früh in Tübingen mit meinem PKW gestartet. Gefahren bin ich nach Lech. Dort habe ich wieder in der Tiefgarage Lech geparkt. Hier zu sehen ist mein Rucksack im Kofferraum meines VW Golf.

Von Lech aus bin ich ein Stück Richtung Formarinsee gelaufen. Auf Höhe Schwimmbad bin ich dann per Anhalter mit einem Arbeiter bis nach Zug, Mautstelle gefahren. Von dort aus mit dem Panoramabus bis zum Formarinsee. Eine Tageskarte für den Bus kostet zu dieser Zeit 17€… Gegen 14:40 war ich dann an der Haltestelle und konnte von dort meinen Weg zur Roten Wand antreten.

Vom Parkplatz geht es ein Stück Richtung Formarinsee. Und dann bald der alpine Weg zur Roten Wand. Auf dem Schild wird auf den ungesicherten Steig hingewiesen. Dieser beginnt jedoch erst nach dem steilen Anstieg. Und so weit bin ich nicht gegangen. Mit dem Gepäck von 35 kg kam ich nur relativ langsam voran. Mit einem Merino Buff habe ich für den Abtransport meines Schweißes gesorgt.

Da ich mich hier in der Gegend schon gut auskenne habe ich für den Aufstieg nur das nötigste an Trinken mitgenommen. Eine 1,5l Nalgene hat vollkommen gereicht. Immerhin weiß ich, dass man vor dem Plateau noch ein Wasserbecken findet. Der erste Blick auf die Rote Wand war ein schöner Augenblick.

Angekommen am ersten Wasserbecken habe ich meine Wasserreserven auf 100% aufgefüllt. Hierzu habe ich den Katadyn BeFree 3L, BeFree 1l und meine 1,5l Nalgene gefüllt. Somit kam ich nun auf knapp 40kg Gepäck.

Mit dem nun noch schwereren Rucksack ging es weiter zu meinem Ziel für heute.

Unterhalb der Roten Wand ist ein recht großes Geröllfeld und eine Art Ebene. Hier habe ich mein Hilleberg Unna aufgeschlagen. Für diese Tour habe ich mich entschieden mal nur das Außenzelt vom Unna mitzunehmen. So spare ich etwas Gewicht.

Nun war es auch an der Zeit die erste Warmmahlzeit mit dem Optimus Svea zuzubereiten. Hier habe ich diesmal zu einem Klassischen Mahl aus dem Epa gegriffen. Ich habe es direkt in der Schale erwärmt. Aber im Wasserbad ist es dann doch deutlich angenehmer.

Nun war der erste Tag auch schon rum. Die Sonne geht hinter der Roten Wand unter. Dennoch war auch der Ausblick auf die von der Sonne angeleuchteten Wolken ein schöner Blick. Bei den fallenden Temperaturen hat mich die Carinthia Ultra Jacke zuverlässig gewärmt.

Tag 2 – Erkundung der Route

Nachdem ich wieder etwas zu lange ausgeschlafen habe, musste erst mal ein Kaffee her. Währenddessen habe ich die Wand mit der Topo abgeglichen um die Route zu finden. Ebenfalls habe ich mir den Verlauf der Route und den Zustieg zum Einstieg eingeprägt.

Der Weg zum Einstieg besteht aus losem Gestein. Beobachtet und begleitet wurde ich während des Zustiegs von einer Herde Steinböcken.

Nachdem ich den Einstieg gefunden hatte, habe ich mich nach Bohrhaken oder Möglichkeiten für mobile Sicherungsmittem umgesehen. Habe aber nicht wirklich etwas gefunden, womit ich einen bombensichereren Anker hätte bauen können. Und für die Funktion der Selbstsicherung beim Klettern im Vorstieg ist ein sicherer Anker am Einstieg elementar. Daher bin ich dann die ersten 20m der Route ohne wirkliche Sicherung geklettert. Zu zweit wäre das kein wirkliches Problem gewesen. Da braucht man am Einstieg keinen multidirektionalen Anker. Aber so alleine war mir das ganze bei dem brüchigen Stein dann nicht so geheuer. Die erste Seillänge ist nur eine 3+. Danach kommen ca. 200m „Gehstrecke“. Auch wieder alles recht schwierig fürs Rope Solo abzusichern. Daher habe ich für mich entschieden mich beim ersten Haken wieder abzuseilen. Mein Primärziel – Das Finden vom Einstieg und Erkunden der Route – habe ich ja erreicht. Nun weiß ich fürs nächste Mal, wie ich sicher zur Route kommen und womit ich rechnen muss.

Nach dem Abstieg habe ich mich dann für einen kleinen Abstecher Richtung Rothorn entschieden. Hier ist kein Ausgewiesener Weg oder Steig. Dennoch kann man hier recht angenehm Steigen.

Die einfache Kletterei / Steigerei war eine nette Abwechslung zu der steileren Kletterei an der Roten Wand. Ebenfalls war die Aussicht in das Tal sehr schön und hat mir ein sich näherndes Gewitter gezeigt. Daher bin ich so lange gestiegen, bis mich die ersten Regentropen zum Umkehren gezwungen haben. Meine Hanwag Zentauri haben hier gute Dienste geleistet.

Das Steigen habe ich ohne Sicherung durchgeführt. Mit Seil wäre ich wohl auch bei leichtem Regen weiter gestiegen. Im Hintergrund ist der Regen gut zu erkennen. Blitz und Donner sieht man auf dem Bild leider nicht.

Nun ging es also wieder zurück zum Zelt. Dort habe ich mir dann erstmal ein warmes Isotonisches Getränk gegönnt. Immerhin hatte ich am Vortag ja ausreichend Wasserreserven angelegt.

Und danach dann wieder eine EPA Mahlzeit zubereitet. Diesmal Nudeln mit Bolognese Sauce im Wasserbad. Der Topf ist ein Esbit Titanium Topf.

Im Wasserbad können diese Mahlzeiten nicht anbrennen und man erspart sich nerviges Umrühren und vermengen mit Löffel.

Nach dem Essen war es nun Zeit meine Wasserreserven wieder aufzufüllen. Daher bin ich zum nähsten Wasserbecken und habe mich bei der Gelegenheit auch etwas erfrischt. Leider bin ich aktuell scheinbar nicht mehr abgehärtet genug um in Eiswasser unterzutauchen. Daher musste eine klassische Katzenwäsche reichen. Natürlich ohne Seife!

Nun habe ich den Tag ausklingen lassen. Ich habe mich etwas gedehnt und mobilisiert. Und mich dann für die Nacht wieder in meinen Carinthia G145 Schlafsack gekuschelt.

Tag 3 – Fotos und Rückweg

Am Dritten Tag habe ich nun nur noch einige Bilder und Videos erstellt. Darunter ein Video zu dem G145 von Carinthia.

Ebenfalls habe ich ein Video zum Optimus Svea Kocher gemacht… Die Videos zu den Produkten sowie das Video zu der kompletten Tour werde ich die kommenden Tage bearbeiten und so bald wie möglich hochladen.

Danach habe ich mich auf den Rückweg gemacht. Ich bin ca. bis zur Abzweigung Spullersee gelaufen. Von hier aus konnte ich per Anhalter bis nach Lech fahren. 

Fazit – Was hab ich gelernt?

Die größte Lektion war wohl, dass das gesicherte Soloklettern bei brüchigem Gestein abseits der Bohrhakenumgebung neue Herausforderungen für mich bietet.